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Es gibt einen großartigen Weg, die Jahresplanung super-simpel und schnell aufzustellen. Vom Prinzip her wie eine Axt: einfach und effektiv. Bei dieser Methode stellst du dir nicht die Fragen, was der Geldverkehr und Rechtsberatung, oder Verpackung und Beamtenschmiere kosten werden. Du machst auch keine 3-Jahres-Perspektiven. Du machst dir sogar extra kaum Gedanken um die Details. Stattdessen bekommst einen laser-scharfen Fokus auf die Aufgabe und bist mit der groben Zielsetzung in einer halben Stunde fertig. Die Frage ist doch nur: Wieviel will ich in begrenzter Zeit aus meinem Geschäft verdienen? Diese Frage ist dann die wichtigste, wenn es nicht mehr um dein Hobby, Seitenprojekt, ein Ehrenamt oder Zeitvertreib geht. Wenn es also um das Geldverdienen geht, kann ich dieses Tool wärmstens empfehlen. Im Groben funktioniert es so:

  1. Ein finanzielles Ziel für eine begrenzte Zeit bestimmen (60.000 Euro in 12 Monaten);
  2. Dieses Ziel in mögliche Verkaufspreise und daraus resultierende Verkaufsmengen aufbrechen (1000 Verkäufe zu 60€ oder 674 zu 89€, etc.);
  3. Aus diesen Preis-Mengen-Kombinationen die wahrscheinlichste / beliebteste / rundeste / zufälligste  für deine erste Validierung auswählen und loslegen, sprich verkaufen.
  4. Monatlich Resultate abgleichen und evtl. Verkaufsstrategie anpassen (z.B. weniger Verkäufe, aber mit einem höherem Preis testen und umgekehrt).

Danach gibt es nur einen guten und einen nicht so guten Ausgang. Der Gute ist, eine der Preis-Mengen-Kombinationen geht auf und du hast erste Vorbestellungen. (?) Der nicht so Gute tritt ein, wenn die Idee eben so nicht umsetzbar ist und du keine Verkäufe generieren kannst. (?) Dann muss eine neue her. (?) Hier ein tolles Diagramm zur Verdeutlichung1: kmg

Rückwärtsrechnung a la Neville Medorra

Neville ist ein lustiger Inder aus Texas (ein Texinder?) der übers Werbetexten schreibt. Sprudelnde Kombination aus Wortwitz und Straßenweisheit, sehr empfehlenswert. Jedenfalls hat der Junge mir irgendwann einen Link zu seiner Version dieses Tools geschickt. Da ich ein Minimalisten-Fetischist und Design-Nazi bin, musste ich eine eigene Version machen, all die Farben und Rahmen entfernen und es ein wenig ergänzen, damit es für mich mehr Sinn ergibt. Das Ergebnis ist ein sehr einfaches Werkzeug für deine Quick-n-Dirty-Wirtschaftsplanung. Die Verkaufsziele und -mengen leiten sich einzig und allein von deinem Umsatzziel ab. Ba-bäm. Lass uns mal die Hirne schnell drum wickeln.

Level 1: Umsatzziel

Mit einem klaren finanziellen Ziel lässt sich viel nüchterner darüber reden, ob das Vorhaben deine Zeit wert ist. Wieviel soll’s denn werden? 10.000€ in 4 Monaten? 25.000€ in 12? Vielleicht erst mal 1000€ in den nächsten 2? Umsatzplaner_-_Google_Tabellen Diese eine Zahl ist sehr mächtig und sehr einfach. Alles weitere wird aufgrund dieser Zahl berechnet, ganz im Gegensatz zu einem klassischen Businessplan, bei dem die Gesamtsumme aller Monatsvorschauen den Jahresumsatz bildet. Wie du auf dem Screenshot siehst, schreibe ich ebenso in einem Satz hin, was ich dafür tatsächlich machen werde. Wenn die Beschreibung nicht in den kleinen Kasten dort passt, ist die Idee vermutlich immer noch zu kompliziert oder zu unklar. Ich würde an der Stelle so viel Zeit investieren, bis die Beschreibung kurz und knackig ist. Rechts unter dem Newsletter-Button siehst du die ersten Richtwerte, die sich aus dem Umsatzziel ergeben — was du pro Woche und Monat verdienen muss: Umsatzplaner_-_Google_Tabellen Nachdem wir wissen, was wir wollen, schauen wir uns an, was es uns ungefähr kosten würde.

Level 2: Kosten

Für die Peilrechnung reicht eine prozentuelle Kostenabschätzung. Falls du ganz ratlos bist, hier ein paar Hausnummern: KM-Blog - 78

  • Für die Anschaffung bewegen sich die Werte zwischen 10 und 50%
  • Bei den Abgaben sind es mindestens 30% (die MwSt und Gewerbekosten allein werden bereits so hoch sein)
  • Der Vertrieb kostet zwischen 5 und 20%

Es hilft sehr, die Kosten vor den Augen zu halten wenn man über einen Preis nachdenkt. Vor allem wenn es um ein physikalisches Produkt geht. So bekommst du schneller ein Gefühl dafür, was von dem Umsatz dann übrig bleibt. Umsatzplaner_-_Google_Tabellen Kosten des Einkaufs und Vertriebs sind bei «echter Ware» am höchsten und so platzen  schnell Träume, wenn z.B. der Postkartenpreis auf 6€ festgelegt wird, wo Leute sicherlich mit einer Lösung für 2,50€ bereits absolut zufrieden sind.2 Wenn du deine Kosten bestimmt hast, wird Marge und Gewinn automatisch berechnet. Umsatzplaner_-_Google_Tabellen Der Gewinn ist was du mit nach Hause nimmst. Deine Belohnung für die investierte Zeit. Spätestens jetzt hast du ein Bauchgefühl, ob das Vorhaben lukrativ, realistisch, interessant und überhaupt sinnvoll ist. …Oder auch nicht :) 3 Dafür wird es ersichtlich, was aus dem Umsatz übrig bleibt, wenn du Beiträge schreiben, Logos gestalten, Beratungstermine vereinbaren, Fotos schießen und sonst was für Geld machen willst.

Verkaufspreise, Absatzmengen, Monatsbeiträge, Online-Besucher

Die Übersicht an Produktpreisen bzw. Monatsbeiträgen (a.k.a. Abonnements) wird automatisch berechnet, sobald du den Zeitraum und dein finanzielles Ziel angegeben hast. Umsatzplaner_-_Google_Tabellen Dazu werden die Richtwerte für Online-Besucher gezeigt, falls es sich um ein Online-Geschäft handelt.

Falls du kein Online-Produkt hast, kannst du diese Besucherzahlen durch mindestens 5 teilen, weil Direktkontakt per Telefon oder Mail mindestens 5 mal höhere Erfolgsquote mit sich bringt. Die genaueren Offline-Peilwerte deiner Branche solltest du aber besser selber kennen. Ich finde, diese konkreten Zahlen — 50 Verkäufe á 200€, 25 Verkäufe á 400€ oder 25 Abos zu 67€ monatlich – lassen mich schneller einschätzen, wie realistisch es ist, was ich mir gerade ausgedacht habe. Schaff ich 100 Verkäufe zu jeweils 100€? Oder sind 100 Abos zu 17€ monatlich realistischer?

Für mich ist es viel einfacher, mit Geschäftsideen zu flirten, wenn ich weiß, welche konkreten Verkaufszahlen benötigt werden. 500 T-Shirts für 20€ in 6 Monaten? Uff… über 80 Shirts im Monat… ich kann das nicht. 10 Designs je 1000€? Schon eher.

Du kannst die Datei als Excel-Tabelle exportieren oder gleich als Google-Tabelle öffnen, kopieren und mit deinen eigenen Werten ergänzen. Probier’s aus, es ist ein Turbo-Gang für die Einschätzung deiner Idee auf Wirtschaftlichkeit und mögliche Preisstrategien, bevor man sich Gedanken über die Details macht. Bitte sehr:

5-Minuten-Businessplan öffnen

 

Viel Spaß, Nick “Der Russe” Sokolov